Betriebsfeste und
was sonst noch geschah
Durch die Struktur
des Unternehmens, mit kleinen, überschaubaren Arbeitsgruppen, geführt von
Vorarbeiterinnen, Werkmeistern und Abteilungsleitern entwickelte sich im
Laufe der Zeit ein soziales Umfeld, dass der Belegschaft Gelegenheit gab,
auch persönliche Beziehungen zu pflegen. Geburtstage, Hochzeiten, Geburten
usw. wurden in den Gruppen mehr oder weniger ausgiebig gefeiert.
Gemeinsame Höhepunkte im Jahr war damals die Zeit unmittelbar vor den
Betriebsferien im Sommer und vor Weihnachten, wo die gesamte Belegschaft mit
wenigen Ausnahmen in Urlaub ging. In Erwartung der arbeitsfreien Zeit wurde
am Nachmittag des letzten Arbeitstages ausgiebig gefeiert und dabei wurde
auch „Hochprozentiges“ konsumiert. Und so kam es nicht selten vor, das der
erste Urlaubstag mit Kopfschmerzen begann.
Am letzten Tag vor
den Weihnachtsferien wurden die Weihnachtsgeschenke für die Belegschaft
ausgegeben. Wein und Tiefgefrorene Puten waren über das Dankeschön der Firma
für die geleistete Arbeit. Nach Übergabe der Präsente war dann Feierabend,
das bedeutete aber nicht, dass nun jeder direkt nach Hause ging. Die
„Neustädter Bierhalle“ hatte für einige eine unwiderstehliche
Anziehungskraft, sie wurde auch von unseren Kollegen aus Dänemark sehr
geschätzt. Hier saß man in gemütlicher Runde mitunter mehrere Stunden beim
Bier zusammen, hat über Lokal- und Weltpolitik diskutiert, natürlich auch
den letzten Firmenklatsch ausgetauscht und inzwischen begannen die
tiefgefrorene Puten aufzutauen. Es entzieht sich meiner Kenntnis, wie die
Ehefrauen auf die späte Heimkehr reagierten und wann der Weihnachtsbraten
auf den Tisch kam :-) .
Als im Jahr 1972
der Werksneubau an der Eckener Str. 28 bezogen wurde, feierte man dieses
Ereignis in der zweiten Etage im Gebäude „C“. Da die Anzahl der Mitarbeiter
a. G. von Auftragsrückgängen stark dezimiert wurde, war der Platz der halben
Halle für die Festteilnehmer völlig ausreichend. Wie zu jedem ordentlichen
Fest gab es ein üppiges Festessen, buntes Unterhaltungsprogramm und flotte
Tanzmusik. Und das das neue Gebäude gut angenommen worden ist, zeigte sich
daran, das bis tief in die Nacht gefeiert wurde und als zu später Stunde das
Bier ausging, konnte Nachschub nur durch gewaltsames öffnen der Tür zum
Vorratsraum herbei geschafft werden.
Sep. 1976:
Das erste Betriebsfest
Nachdem das Werk in
Flensburg im Jahr 1976, neun Jahre nach Firmengründung, 100.000 Funkanlagen
hergestellt hatte, war der Anlass für das erste Betriebsfest in einem Lokal
gegeben. Es wurde am 17. September im „Gasthaus Ernst“ in Neukirchen an der
Ostsee gefeiert. Zu der Zeit überwog der Anteil weiblicher Mitarbeiter
erheblich und so kamen bei dem Fest auf jeden männlichen Teilnehmer laut
Personalabteilung 6,4 weibliche, die betanzt werden wollten. Nach einem
festlichen Abendessen wurde bei Lifemusik ausgiebig getanzt und
gefeiert. Ein Höhepunkt des Festes war die Tombola. Die Ausgabe der Preise
sorgte für ausgelassene Heiterkeit, als unser Lohnbuchhalter, der nicht ein
einziges Haar auf dem Kopf hatte, einen elektrischen Föhn überreicht bekam.
Das zweite
Betriebsfest wurde zur Fertigstellung des 10.000sten CQM5000
am 11. Januar 1980
gefeiert.
Feb. 1987:
Das dritte Betriebsfest,
20
jährige Jubiläum
Anlass für das
dritte Betriebsfest war das 20 jährige Bestehen des Unternehmens in
Flensburg. Es wurde am 20. Februar 1987 wieder im Deutschen Haus
in Flensburg gefeiert.
Wie schon bei den Festen vorher, hatte
eine kleine Gruppe von engagierten Kolleginnen und Kollegen das Fest
vorbereitet und ein buntes Unterhaltungsprogramm zusammengestellt. Auch
diesmal gab es eine Festzeitung die „Jubiläums Post“ als gedruckte
Ausgabe, mit Artikeln, die auf humorvolle Weise über das Leben und Arbeiten
bei Storno berichteten. Auch bei diesem Fest wurde ausgelassen gefeiert und
es wurde ein voller Erfolg.
Jan. 1992:
Das vierte große
Betriebsfest,
25 jährige Jubiläum
Obwohl Storno im
Jahr 1986 von Motorola übernommen wurde, nannte sich der Betrieb weiterhin
„Storno Electronic GmbH“. Das änderte sich 1992 und der neue Firmenname war
nun „Motorola Electronic GmbH“. Dieses Ereignis war der Anstoß, das vierte
große Betriebsfest auszurichten, zumal in dieses Jahr auch das 25 jährige
Jubiläum am Standort Flensburg fiel. Wieder war das Deutsche Haus Ort der
Festlichkeit. Alle die teilnahmen hatten sich in festliche Abendgarderobe
geworfen und man musste oft zweimal hinschauen, um die Kollegin, mit der man
täglich zu tun hatte, wieder zu erkennen. Es waren auch Mitglieder der
Unternehmensführung aus den USA angereist, die zu Beginn des Festes am
Rednerpult Grußbotschaften auf englisch überbrachten. Da nur eine Minderheit
der Belegschaft englisch verstand, baten wir unsere Englischlehrerin, die
Reden simultan zu übersetzen. Das sie bei der Übersetzung einige sehr
eigenwillige Interpretationen des Originaltextes brachte, ließ viele
Zuhörern schmunzeln.
Juno 1992: "Tag
der offenen Tür"
Im Sommer 1992
wurde zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens für den 13. Juni ein
„Tag der offenen Tür“ vorbereitet. Angehörige und Freunde der Belegschaft
sollten Gelegenheit haben, die modernen Produktionsmethoden der Handys,
damals noch „Personal Phones“, kennen zu lernen.
Eine Gruppe von 12 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern hatte mit intensiven Vorbereitungen den Tag gestaltet und für
jede Altersgruppe attraktive Programmpunkte zusammengestellt.
Und über 2000 Besucher kamen,
nahmen die Gelegenheit wahr, bei schönstem Sommerwetter das Betriebsgelände
zu besuchen und sich nach dem Rundgang durchs Werk am Getränkestand und dem
Wurstgrill zu stärken. Die Ausgabe der „Flensburg News“ vom Juli 1992
berichtet über das Ereignis.
Juno 1993: ein Grillfest
Da es im Gebäude an
der Eckener Straße langsam eng wurde, musste die Versandabteilung im Jahr
1993 ausgelagert werden und fand in Flensburg Weiche am Langberger Weg
geeignete Räume. Ein dänischer Zulieferer für mechanische Teile hatte in
Erwartung einer längeren Geschäftsbeziehung zum Werk in Flensburg hier
gebaut und als die erwarteten Aufträge ausblieben, die Gebäude an Motorola
vermietet.
Hier im „Distribution Center“, so hieß die moderne
Versandabteilung, entwickelte sich eine eigene Unternehmenskultur, die sich
deutlich vom Produktionsbereich abgrenzte. Um diese Entwicklung etwas
abzufedern, wurde auf dem Gelände am Langberger Weg ein Grillfest
vorbereitet, das an einem schönen Sommerabend von Mitarbeitern aus beiden
Unternehmensbereichen gut besucht wurde.
1997:
Meilenstein = Sophienhof
Ein Meilenstein in
der Firmengeschichte war 1996 die Entscheidung, ein neues Werk in Flensburg
Weiche am Sophienhof zu errichten. Das Grundstück wurde gekauft und im April
1997 der erste Spatenstich ausgeführt. Zu dieser Gelegenheit war ein
kleiner, ausgewählter Kreis von Mitarbeitern geladen, die gemeinsam mit
Vertretern von Stadt und Land in einem Zelt den ersten Spatenstich erlebten.
Zum Richtfest sechs
Monate später war auf der Baustelle ein großes Festzelt aufgestellt und nun
auch die gesamte Belegschaft eingeladen. Da sie inzwischen die 1.000 Marke
längst überschritten hatte, gab es keinen Saal in der näheren Umgebung, der
diese große Festgesellschaft fassen konnte. Die Zeltatmosphäre tat der
Stimmung aber keinen Abbruch und es wurde bei Lifemusik wieder einmal bis
spät in die Nacht gefeiert.
Die Einweihung des
Neubaues am Sophienhof am 1. Oktober 1998 war ein wirklich glanzvolles
Ereignis. Die gewaltige Investition eines amerikanischen Unternehmens zeugte
vom Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Flensburger Standortes.
Der amerikanische Botschafter in Deutschland und die
Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein und viele Repräsentanten
aus Politik und Wirtschaft waren gekommen, um mit Belegschaft und
Geschäftsleitung im Erdgeschoß des noch leeren Produktionsgebäudes ein
rauschendes Fest zu feiern. Ein Gastwirt aus Flensburg hatte die Versorgung
der Festteilnehmer übernommen, es gab reichlich zu essen und zu trinken und
bei flotter Tanzmusik und einem bunten Unterhaltungsprogramm kam jeder auf
seine Kosten.
Zur Erinnerung an diesen denkwürdigen
Tag konnte jeder Gast sein Glas mit aufgedrucktem Datum, Firmenlogo
und Anlass mit nach Hause nehmen.
1998: "Tag der offenen Tür"
Als das neue Werk voll eingerichtet war
und alle Funktionen einwandfrei arbeiteten, war wieder einmal ein „Tag der
offenen Tür“ fällig. Dieses Ereignis hatte nun völlig andere
Dimensionen. Es wurden Rundgänge eingerichtet und ausgeschildert.
Wachpersonal sorgte dafür, das geschützte Bereiche nicht besucht werden
konnten.
Eine große Zahl von Freunden,
Angehörigen und Grundstücksnachbarn kamen und waren beeindruckt von hellen,
freundlichen Büros, den modernen Bestückungsmaschinen, der
Cafeteria, dem Kindergarten und von der Sauberkeit im Haus.
Dank der guten Organisation konnten
trotz langer Wartezeiten, unglaublich viele Gäste das Werk sehen und aus
eigener Perspektive kennen lernen. Für das Werk eine gelungene
Präsentation.